Artikel: Body Positivity ist keine Kleidergröße

Body Positivity ist keine Kleidergröße
Warum Selbstliebe nichts mit Veränderung zu tun hat
Manchmal brauchen wir keinen neuen Trend, sondern einen Moment zum Innehalten. Einen Schritt zurück, um zu merken, wie laut es geworden ist da draußen – in Feeds, Kommentaren, Meinungen. Körper sind ständig Thema. Bewertung liegt in der Luft. Und irgendwo zwischen gut gemeinten Botschaften und öffentlicher Dauerbeobachtung ist etwas Wichtiges verloren gegangen.
Body Positivity wird im Internet oft wie eine Zahl behandelt. Eine Konfektionsgröße. Ein Vorher–Nachher. Ein Beweisfoto. Und genau hier läuft etwas grundlegend schief.
Was wir gerade viel zu häufig sehen: Menschen werden gefeiert, solange sie sich „richtig“ verändern. Oder kritisiert, sobald sie es tun. Zu- oder Abnahme, Muskelaufbau, Haarfarbe, Stilwechsel – egal in welche Richtung. Es wird kommentiert, bewertet, analysiert. Als hätten andere ein Mitspracherecht über einen Körper, der nicht ihrer ist.
Das ist kein Empowerment. Das ist Kontrolle im neuen Gewand.
Body Positivity bedeutet etwas viel Radikaleres. Es bedeutet: Ich akzeptiere mich genau jetzt. In diesem Moment. Mit diesem Körper. Mit dieser Version von mir. Nicht erst, wenn ich mich verändert habe. Nicht nur, wenn ich einem Ideal entspreche. Nicht unter der Bedingung, dass ich „auf dem richtigen Weg“ bin.
Und ja – das schließt Veränderung ausdrücklich mit ein. Du darfst dich lieben, während du abnimmst. Du darfst dich lieben, während du zunimmst. Du darfst dich lieben, während du einfach stehenbleibst.
Body Positivity heißt nicht: „Ich bleibe für immer gleich.“ Body Positivity heißt: „Mein Wert hängt nicht davon ab, ob ich mich verändere.“ Das Missverständnis liegt im Wort positivity. Viele denken dabei an Dauerzufriedenheit, an Selbstliebe auf Knopfdruck, an ein konstantes Hochgefühl.
Das ist unrealistisch. Und ehrlich gesagt: unfair.
Echte Body Positivity beginnt im Kopf. Nicht im Spiegel. Sie zeigt sich in den leisen Momenten: – Wenn du dich nicht beschimpfst, nur weil deine Jeans heute enger sitzt. – Wenn du deinem Körper nicht misstraust, sondern zuhörst. – Wenn du aufhörst, andere Körper als Maßstab für deinen eigenen zu benutzen.
Das ist Arbeit. Innere Arbeit. Und die sieht man in keinem Reel.
Bei BEYOND38 glauben wir nicht an Mode als Werkzeug zur Selbstoptimierung. Wir glauben an Mode als Begleiter. Für reale Körper. Für echte Leben. Für Menschen, die sich verändern dürfen – ohne sich rechtfertigen zu müssen.
Dein Körper ist kein Projekt. Keine Baustelle. Kein Statement. Er ist dein Zuhause. Heute. Und auch morgen, wenn er anders aussieht als heute.
Und vielleicht ist genau das die Art von Body Positivity, die wir gerade am dringendsten brauchen: weniger Meinung von außen – und mehr Frieden im Inneren.
Wie siehst du das?


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